Erfahrungsbericht: Einfacher Honigwein

Dieser Eintrag ist Teil 8 von 11 in der Serie Honigwein

Der Gärballon war mit etwa 10 l Ansatz gefüllt. Ich hatte den Ballon zunächst 6 Wochen im Bad zu stehen, weil in meiner alten Wohnung im Bad die Temperatur recht konstant bei 23°C lag. Zum Absetzen kam der Ballon dann in den Keller, wobei die Temperatur dort im Sommer auch nicht viel niedriger war, als in der Wohnung (ca. 21-22°C).

In den ersten Tagen habe ich den Ansatz täglich geschwenkt, danach nur noch etwa einmal pro Woche.

 

Tag 1 Ansatz:

  • 6 l Wasser
  • 3 kg Honig
  • 5 Tbl. Hefenährsalz
  • 60 g Milchsäure (bitte Fazit beachten)
  • 0,6 l Apfelsaft, naturtrüb
  • 20 g Mehl
  • 1 Fl. Reinzuchthefe (Port)
Tag 3 Gärung hat eingesetzt (30 sek/Blase)
Tag 4 (8 sek/Blase)
Tag 5 (5 sek/Blase)
Tag 8 (12 sek/Blase)
Tag 9 Zum letzten Mal täglich geschüttelt
Tag 19 (25 sek/Blase)
Tag 25 (45 sek/Blase)
Tag 32 (70 sek/Blase)
Tag 41 (110 sek/Blase)
Tag 44 1. Abzug, Geschmack sehr süß und etwas bitter, erinnert an Kastanienhonig
Tag 51 Ballon in den Keller gebracht, die Gärung scheint durch den Abzug wieder etwas angeregt worden zu sein
Tag 54 kaum noch Gärung, geschüttelt
Tag 59 Gärung fast zum Erliegen gekommen, geschüttelt
Tag 69 Gärung scheint sehr langsam fortzuschreiten; Geschmack jetzt noch süß, aber nicht mehr bitter; Hefe beginnt sich abzusetzen
Tag 97 Wein aus dem Keller geholt
Tag 100 Wein geschwefelt (1 g auf 7 Liter)
Tag 113 Gärung beendet, Wein klärt sich aber nicht von selbst; Zusatz von 35 ml Kieselsol; Trübstoffe beginnen unmittelbar, sich abzusetzen
Tag 114 Wein abgefüllt; ist noch ganz leicht trübe, kriege ich nicht mehr raus

 

Fazit:

Zu diesem Ansatz kann gesagt werden, dass das Ergebnis schon recht überzeugend war. Der Wein war lediglich etwas sauer, weil ich zusätzlich zum Apfelsaft auch noch Milchsäure zugegeben hatte, was eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Ich hatte mir damals das Rezept aus einigen anderen kombiniert und in einem gelesen, dass Milchsäure zugesetzt wurde, während in einem anderen Apfelsaft verwendet wurde. Es reicht also aus, entweder die angegebene Menge Milchsäure oder Apfelsaft zuzugeben, je nachdem, ob ein etwas fruchtigerer Geschmack gewünscht wird, oder nicht. Oder man verzichtet ganz auf die Säurezugabe.

Mit dem Abzug nach der Zugabe des Kieselsol hätte ich noch einige Tage warten können, denn in den Flaschen hat sich der Wein schließlich vollständig geklärt, wobei sich nochmals eine dünne Schicht Trub abgesetzt hat. Den habe ich aber in den Flaschen gelassen und nicht noch einmal umgefüllt.

Zur Schaumbildung am Anfang der Gärung kann ich sagen, dass ein 10 Liter-Gärballon mit 10 Litern tatsächlich noch nicht randvoll ist und noch mehr als genug Platz für den entstehenden Schaum bleibt. Es bildeten sich, im Gegensatz zu einem Fruchtweinansatz, nie mehr als 2-3 cm Schaum über der Flüssigkeit und auch wenn sich der Ballon nach oben hin verjüngt, hätte noch gut ein Liter mehr Flüssigkeit hineingepasst, ohne dass der Schaum ausgetreten wäre.

Der Wein hat nach einem Jahr noch sehr gut geschmeckt, allerdings fast schon etwas zu intensiv und herbe. Ich vermute, das lag am hohen Säureanteil.

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