Gerätschaften/Hilfsmittel

Dieser Eintrag ist Teil 6 von 11 in der Serie Honigwein

Zum Met brauen wird nicht besonders viel Ausrüstung benötigt – einige Gerätschaften und Hilfsmittel sollte man sich dennoch allein schon aus hygienischen Gründen zulegen – insbesondere dann, wenn man den Met anschließend auch seinen Freunden ohne schlechtes Gewissen anbieten möchte. 🙂 In diesem Teil sind die wichtigsten Utensilien, zusammen mit einer kurzen Erläuterung und nach Möglichkeit mit einer Bezugsquelle, aufgeführt.

Ein Hinweis vorweg: Für die in den Listen aufgeführten Artikel habe ich als Bezugsquelle den Hobby-Baker-Onlineshop angegeben. In diesem Shop kosten die einzelnen Artikel zusammengenommen etwa 55 €. In diesem Shop werden aber auch einige sogenannte Start Sets angeboten. In den Sets ist nicht immer alles enthalten, was ich in meinen Listen angegeben habe, dafür andere Dinge, die nicht in meinen Listen erwähne. Es lohnt sich trotzdem, darauf einen Blick zu werfen, da die Sets etwas preiswerter sind, als die darin enthaltenen Artikel einzeln kosten würden.

Gerätschaften

Gärballon Hobby-Baker /  (ca. 18 €)
Die preiswerteste Möglichkeit für einen Gärbehälter ist ein Gärballon aus Glas. Oft wird ein Kunststoffkorb für den Transport mitgeliefert und um den Glasbehälter vor Schäden zu bewahren. Für den Hausgebrauch sollte ein Ballon mit 10 Liter Fassungsvermögen ausreichen.

Es gibt auch Kunststoffbehälter, die weniger empfindlich und besser zu transportieren sind, als Glasballons. Zudem haben sie oft einen Ablasshahn, mit dem der Wein sehr leicht und mit wenig „Verlust“ abgezogen werden kann. Nachteilig ist der höhere Preis und dass man die in der Regel undurchsichtigen Behälter öffnen muss, um zu sehen, was passiert. Die Optik ist letztendlich reine Geschmackssache.

Gäraufsatz/Gummistopfen Hobby-Baker /  (ca. 5 €)
Der klassische Gäraufsatz ist aus Glas gefertigt, in Form eines gewundenen Röhrchens, das gelegentlich als Gärsiphon bezeichnet wird und nach eben diesem Prinzip funktioniert. Erhältlich ist dieser Aufsatz in gleicher Form und Funktion ebenfalls aus Kunststoff. Ein Glasaufsatz ist schön anzusehen, aber auch empfindlicher als sein Pendant.

In vielen Rezepten wird der Gäraufsatz ‚Hobby 1‘ erwähnt. Dabei handelt es sich um eine Art Becher mit Röhrchen am Boden, das mit einer Gummiklappe verschlossen ist. Mit Wasser gefüllt soll dieser Aufsatz den gleichen Zweck erfüllen, wie der klassische Gärsiphon. Ich persönlich traue diesem Aufsatz nicht hundertprozentig über den Weg, weil unter Umständen das Wasser aus dem Aufsatz in den Wein gelangen kann, wenn die Gummiklappe nicht richtig schließt oder wenn im Gärgefäß leichter Unterdruck herrscht. Letzteres kann insbesondere vor Beginn und nach Ende der Gärung der Fall sein – bei Kunststoffbehältern auch während des Transports, wenn der Kanister sich beim Anheben durch sein Eigengewicht etwas in die Länge zieht. Ein klassischer Gärsiphon wird in diesen Fällen lediglich ein paar Luftblasen in den Behälter lassen, aber nicht das enthaltene Wasser, da er in die eine Richtung genauso gut funktioniert, wie in die andere.

Der Gummistopfen muss natürlich auf das Gärgefäß passen und eine Öffnung haben, in die das Röhrchen des Gäraufsatzes passt (10 mm).

Thermometer Hobby-Baker (ca. 7-9 €)
Ein Thermometer ist sowohl für die Temperaturmessung beim Mischen des Met-Ansatzes nützlich, als auch für die Kontrolle der Temperatur während der Gärung. Ein einfaches Glasthermometer reicht normalerweise völlig aus. Ein elektronisches Min/Max-Thermometer kann unter Umständen nützlich sein, wenn nicht klar ist, welchen Temperaturverhältnissen der Gärbehälter ausgesetzt ist. Starke Temperaturschwankungen sollten nach Möglichkeit vermieden werden. Die Hefe fühlt sich am wohlsten bei Temperaturen zwischen 18-25°C.
Schlauch, ca. 2 m Hobby-Baker (ca. 7 €)
Um den Wein später abziehen zu können, braucht man einen einfachen, lebensmittelechten Schlauch. Für 10 Liter Ansatz reicht ein kleinerer Durchmesser, also ca. 8-12 mm. Zu dick sollte der Schlauch nicht sein, da die hohe Saugwirkung beim Abziehen des Weins sonst zu schnell die abgesetzten Trübstoffe mit aus dem Ballon zieht. Praktisch ist es außerdem, den Schlauch an einem Stab zu befestigen, um ihn besser führen zu können. Weiterhin sorgt eine kleine Kerbe am Ende dafür, dass er sich im Inneren des Gefäßes nicht festsaugen kann.
Flaschen/Korken Hobby-Baker /  (ca. 7 €)
Alte Weinflaschen und Korken sollten sich in jedem Haushalt auftreiben lassen. Zur Not reichen auch PET-Flaschen. Wem das zu stillos ist, dem hilft auch an dieser Stelle der Fachhandel weiter (siehe Link).

Ein Wort zu den Korken: Ich verwende nur neue Korken, da gebrauchte nicht immer sauber sind und man nicht weiß, ob sie wirklich noch dicht schließen. Es kann auch sein, dass sie bereits ausgetrocknet sind und entweder beim Verkorken oder beim späteren Öffnen in die Flasche bröckeln. Beim Kauf sollte auf die Form der Korken geachtet werden. Für zylinderförmige Korken wird zusätzlich ein Verkorker, benötigt, da man diese Korken nicht von Hand in die Flasche bekommt. Ohne Verkorker sollte man besser zu den leicht kegelförmig Spitzkorken greifen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Man kann mit den Spitzkorken und einem kräftigen Daumen auskommen – aber 26 € für einen einfachen Hand-Verkorker sind keinesfalls eine Fehlinvestition.

Hilfsmittel

Reinzuchthefe Hobby-Baker (ca. 3,50 €)
Die Wahl der Hefe beeinflusst den Geschmack des Honigweins. Ich selbst habe damit bisher nicht experimentiert und kann nichts dazu sagen, wie sich unterschiedliche Kulturen im Einzelnen auswirken. Mit einer Portweinkultur kann man nichts falsch machen – diese Sorte ist insbesondere auch sehr robust ggü. ihren eigenen Endprodukten. Sprich: Mit einer Portweinhefe lässt sich ein höherer Alkoholgehalt erzielen, als mit vielen anderen Sorten. Aber auch Malaga-Hefe soll für Honigwein gut geeignet sein.

Mit einer kleinen Flasche Flüssig-Hefe können bis zu 50 Liter Honigwein angesetzt werden. Der Einfachheit halber sollte aber eine Flasche pro Ansatz verwendet werden, da sich die angebrochene Flasche nur noch schwer hygienisch lagern lässt. Prinzipiell lässt sich die Hefe auch vermehren und für weitere Ansätze verwenden, dieser Aufwand lohnt sich aber nur für den sehr „ambitionierten“ Hobbywinzer. 🙂

Hefenährsalz Hobby-Baker (100 g / 3,80 €)
Hefenährsalz dient dazu, der Hefe den Start zu erleichtern und ihr einen Vorteil gegenüber Fremdhefen, Essigbakterien oder auch Schimmelpilzen zu verschaffen. Das Nährsalz ist nach ein paar Tagen aufgebraucht und die Hefe lebt dann vom Zucker, den sie in Alkohol umsetzt. Insbesondere bei kleineren Ansätzen und unter hygienischen Bedingungen kann aber durchaus auf diese extra Kraftnahrung verzichtet werden.

Für einen Ansatz von 10 Litern werden je nach „Aggregatzustand“ des Nährsalzes ca. 3-6 Tabletten bzw. 3-5 Gramm Pulver (ca. ½ Teelöffel) benötigt.

Schwefelpulver Hobby-Baker (10 g / 0,75 €)
Schwefelpulver (Kaliumdisulfit,  E224) dient dazu, die Gärung sicher zu beenden sowie als Konservierungsmittel. Wer keine Chemie in seinem Wein haben will, kann darauf verzichten, aber wenn der Met abgefüllt und länger gelagert werden soll, ist es sehr zu empfehlen, ihn zu konservieren. Ungeschwefelter Wein sollte rasch verbraucht werden.

Für einen Ansatz von 10 Litern reicht je nach Darreichungsform 1 Tütchen bzw. 1 Gramm (Messerspitze) Schwefelpulver.

Milchsäure Hobby-Baker (125 g / 4 €)
Wie ich im Kapitel Herstellung allgemein weiter oben bereits schrieb, wird in vielen Honigweinrezepten Milchsäure zugegeben, um für die Bakterien ein leicht saures Milieu zu schaffen. Die Säuerung des Ansatzes nur für diesen Zweck ist aber nicht unbedingt notwendig, der Honigwein wird auch ohne Säurezugabe gut gelingen und in der Regel sogar besser schmecken.

Trotzdem spricht nichts dagegen, dem Honigwein-Ansatz zum Beispiel in Form von Apfelsaft eine fruchtige Note zu geben und als Nebeneffekt auch etwas Fruchtsäure zuzugeben. Mit einem naturtrüben Saft sorgt man zudem noch dafür, dass die Hefe Schwebstoffe findet, an denen sie sich absetzen kann. Ein klarer Apfelsaft kann aber auch verwendet werden, wenn noch etwas Apfel in den Ansatz geraspelt wird.

Wer dennoch nicht auf die Milchsäure verzichten will, verwendet für einen Ansatz von 10 Litern etwa eine halbe Flasche (60 Gramm).

Kieselsol Hobby-Baker (100 ml / 3 €)
Nach der Gärung sollten sich die Trübstoffe im Ansatz von selbst als deutlich sichtbare Schicht am Boden des Gärgefäßes absetzen. Eine kühle Lagerung des Ansatzes nach der Gärung unterstützt diesen Prozess.

Sollte die Selbstklärung von allein nicht vollständig verlaufen oder soll sie beschleunigt werden soll, kann der Wein durch die Zugabe von Kieselsol geklärt werden. Die restlichen Schwebstoffe werden dabei gebunden und setzen sich als geleeartige Schicht am Boden ab. Nun kann der klare Teil des Ansatzes abgezogen werden.

Für einen Ansatz von 10 Litern werden ca. 10-40 ml benötigt.

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