Verdünnung

Dieser Eintrag ist Teil 5 von 22 in der Serie Laugengebäck

Natronlauge ist in rohem Zustand äußerst ungesund und führt bei unvorsichtiger Verarbeitung zu Verätzungen, was sich in Hautrötungen, rissigen Händen etc. ausdrücken kann. Schon gar nicht sollte sie in die Augen gelangen. Passiert es trotzdem, sofort unter fließend kaltem Wasser ausspülen. Zum Arzt oder in Klinik. Beim Verarbeiten am besten Mund zulassen, Gummihandschuhe tragen und Brille aufsetzen. Da kann dann nicht mehr viel passieren. Und Kinder vor Arbeit aus der Küche scheuchen.

Natriumhydroxidlösung vom Bäcker bekommt man meist in 33%iger Konzentration. Es ist wichtig, die genaue Konzentration zu kennen, damit man weiß, wie weit man die Lauge noch Verdünnen muss. Also fragen! Handelt es sich um eine 33%ige Lösung, wird diese mit 10 bis 12 Teilen Wasser verdünnt, um eine etwa 3%ige Lauge zu erhalten.

Verarbeitung von NaOH-Plätzchen: Eine 3%ige Lösung bedeutet genau genommen, dass 3 g NaOH auf 100 ml Wasser gelöst werden. Ich habe es mit 100 g-Packungen NaOH allerdings bisher immer so gehalten, dass ich die Menge in drei gleich große Häufchen geteilt habe und jeweils einen Haufen auf 1 l Wasser gegeben habe. Das ergibt dann eine etwas höhere Konzentration, als 3%, ist aber kaum gefährlicher.

Zum Auflösen nimmt man am besten eine Glasschüssel und füllt die Menge Wasser ein, die man braucht. Dann kippt man immer ein paar NaOH-Plätzchen rein, rührt ein wenig, und wartet bis es gelöst ist, bevor man weitere Plätzchen zugibt. Je nachdem, wie schnell sich die Plätzchen auflösen, wird sich das Wasser in der Schüssel evtl. etwas erwärmen. Man sollte daher gelegentlich darauf achten, dass es nicht heiß wird.

Die flüssige Lauge kann gut in einem verschlossenen Kunststoffbehälter aufbewahrt und noch mehrmals verwendet werden. Aus Sicherheitsgründen sollte der Behälter eindeutig beschriftet und fern von Getränken gelagert werden. Sehr gut eignen sich hierfür Behälter aus Polyethylen (PE) oder PVC. PE-Behälter erkennt man leicht an dem aufgeprägten oder auf dem Etikett abgebildeten Recycling-Code 02 bzw. 04 (PE-LD, LDPE, PE-HD, HDPE). PVC-Behälter tragen den Recycling-Code 03 (PVC). Auch wenn es sich oftmals anbietet und als die einfachste Lösung erscheint, sollte auf die Lagerung in Getränkeflaschen verzichtet werden. Zum einen aufgrund der Verwechslungsgefahr, zum anderen aber auch, weil die meisten Getränkeflaschen heute aus PET hergestellt werden (Recycling-Code 01: PET, PETE), welches explizit nicht geeignet ist, um alkalische Lösungen darin aufzubewahren.

Die dauerhafte Aufbewahrung in einem Glasbehälter ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da Natronlauge bestimmte Stoffe aus dem Glas löst. Diese Verbindungen setzen sich in fester Form am Boden des Glases ab und sind nicht gesundheitsschädlich. Aber langfristig vermindert sich dadurch die Konzentration der Natronlauge und das Glas wird trüb und spröde. Falls trotzdem nur ein Glasbehälter zur Verfügung steht, dann darf das Glas keinesfalls mit einem geschliffenen Glasstopfen verschlossen werden, da dieser sich festsetzt. Stattdessen sollte ein Gummistopfen oder ein Schraubdeckel zum Einsatz kommen.

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